Kommet und sehet! (Weihnachtsausstellung 2007)
In den neu gestalteten Räumen des Striediecks Hof (dem Gebäude des Deutschen Tabak- und Zigarrenmuseums) erstrahlen bis zum 6. Januar 2008 nicht nur liebevoll gestaltete Tannenbäume und Kränze. Auf mehr als 600 Quadratmetern präsentiert sich den Besuchern ein Querschnitt aus einer der größten Sammlungen von Krippen und Engelsdarstellungen in Deutschland.
Nahezu zweihundert Krippen aus unterschiedlichen Materialien und Größen sind innerhalb der Ausstellung zu bewundern. Doch was hat es überhaupt mit den Krippen auf sich? Wer sind die dort dargestellten Menschen und Tiere und welche Geschichte wollen sie uns erzählen?
Das Museum zeigt im weihnachtlichen Ambiente mit Plätzchenduft eine umfassende Kulturgeschichte des Weihnachtsfestes - vom Ursprung der Weihnachtszeit bis zu seiner modernen Auslegung, von traditionell kunsthandwerklichem Weihnachtsschmuck bis zu zeitgenössischem Kitsch.
Auf dieser Seite finden Sie außerdem folgende Beiträge und Vorberichte:
Weihnachtsausstellung: Wer findet den Schlüssel?
Goldener Schlüssel ab Dienstag, 20.11. in der Bünder Innenstadt versteckt
Ausstellungseröffnung So 25. November um 11.00 Uhr
Am Dienstag 20.11. beginnt um 10 Uhr die Suche nach dem (symbolischen) Schlüssel zur alten Kirchentür der St.-Josef-Kirche, die aus dem Jahr 1871 stammt und jetzt im Dobergmuseum aufgebaut ist. Durch diese Tür gelangen Besucher vom 25. November bis zum 6. Januar 2008 in die Weihnachtsausstellung "Kommet und sehet - Brauchtum und Ursprung der Weihnachtszeit".
Der große goldene Schlüssel liegt oder hängt irgendwo in der Innenstadt. Wer ihn findet, abnimmt und spätestens am Freitag, 23. November, bis 14 Uhr im Museum abgibt, kann eine Reise für zwei Personen zum Bremer Weihnachtsmarkt gewinnen. Auf dem Foto von Maren Waltemode (Bünder Zeitung) ist der Schlüssel abgebildet.
Neben der Krippen- und Engelausstellung werden im Striediecks Hof neben dem Dobergmuseum Brauchtum und der Ursprung der Weihnachtszeit erklärt. Per Video wird eine vermeintliche Botschaft des Apostel Lukas eingespielt, in dem er den Sinn des Evangeliums erklärt, ein Raum der Ausstellung widmet sich weihnachtlichem Kitsch mit schrillen Feen und zarten Elfen.
Die Altarbibel der Pauluskirche wird ausgestellt, St. Nikolaus steht in Lebensgröße neben dem Weihnachtsmann, der einst vom Brausehersteller Coca Cola ins Leben gerufen wurde. Schon jetzt sind die meisten Vitrinen mit Engeln und Krippen gefüllt, finden sich leuchtende Schätze aus Peru, reduzierte Krippenbilder aus China und Fundstücke, von denen die Herkunft gar nicht bekannt ist. Sieht es für den Laien schon recht fortgeschritten aus, so tritt den Machern der Ausstellung beim Blick auf den Kalender der Schweiß auf die Stirn. „12 Stunden pro Tag sind derzeit normal“, sagt Museumstechniker Ulrich Franzrahe. Denn noch gibt es kein Licht im renovierten Tabakmuseum, müssen alle Ausstellungsstücke noch mit Namen versehen werden.
Auf dem Foto von Tobias Heyer (Neue Westfälische Bünde) wacht St. Martin, oder zumindest sein Abbild, darüber, wie die Ausstellung im Museum langsam Form annimmt.
Sven Kampeter, Klaus Schröder, Anett Kleine-Döpke-Güse, Regina Mahl-Schoofs, Peter Marks und weitere bekannte Bünder haben ihre ganz persönlichen Geschichten auf Band gesprochen. Anzuhören sind die in der Weihnachtsausstellung ebenso wie Videos von bekannten Bünder Persönlichkeiten anzusehen sind, die erzählen, wie bei ihnen zuhause Weihnachten gefeiert wird.
(nach Berichten der Bünder Zeitung und der Neuen Westfälischen Bünde vom 17.11.2007)
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Kommet und sehet!
Stücke zur Adventsausstellung erreichen Bünder Tabakmuseum
Bericht der NW am 25.10.2007 von Tobias Heyer (Text und Fotos)
Etwas deplatziert wirkt die große Krippe auf der Laderampe eines Lastwagens vor dem Bünder Museum. „Da kann man sich schon ein bisschen wundern“, sagt Museumstechniker Ulrich Franzrahe, schnappt sich das zerbrechliche Teil und trägt es zu den anderen 300 Ausstellungsstücken, die im Inneren des Dobergmuseums erst einmal geparkt werden.
Noch schließen Elektriker die letzten Leitungen im Tabakmuseum an, trocknet die weiße Farbe auf Lehmwänden und baggern schwere Maschinen einen Verbindungsgraben zwischen Doberg- und Tabakmuseum, um die Sanierung von Striediecks Hof zu komplettieren. Sobald am 2. November die Bauabnahme erfolgt ist, wird es mit den Arbeiten im alten Fachwerkgebäude weiter gehen.
Rund 300 Krippen kamen gestern in großen Lastwagen am Museum an. Sie sind Teil der Ausstellung „Kommet und sehet!“, die am 25. November eröffnet werden soll . „Der Zeitplan ist eng“, rechnet Museumsleiter Michael Strauß vor und ist doch froh, dass das frisch restaurierte Tabakmuseum nicht gleich wieder leer steht
Der Krippensammler Hans-Jürgen Rau aus Reinheim im Odenwald stellt die Ausstellungsstücke, es soll auf 600 Quadratmetern frisch gebackene Weihnachtsplätzchen, Kaminfeuer, eine Vorlese-Ecke, geschmückte Tannenbäume, Engel und auch eine kleine Kitsch-Ecke geben.
„Lange haben wir überlegt was wir machen“, erklärt Museumsleiter Michael Strauss. Ob doch erst auf die Dauerausstellung gewartet werden soll, ob vielleicht als Überbrückung eine Riesenzigarre und XXL-Pfeife ausreichen würden. „Aber in meinem Kopf war schon immer eine Weihnachtsausstellung. Erst jetzt habe ich die Möglichkeit, das umzusetzen“, verrät Ulrich Franzrahe, der sich nun einer stressigen Zeit ausgesetzt sieht.
Denn noch werden die Krippen aus aller Welt, die Nikoläuse und Weihnachtsmänner nur zwischengelagert. „Wir hoffen, dass wir am 2. November mit dem Aufbau der Ausstellung beginnen können“, so Franzrahe. Bis zum 25. November, dem Tag der Eröffnung, hat er Zeit, um Vitrinen zu bauen und Infotafeln zu beschriften. Zu installieren und konzeptionieren, ehe eine Ausstellung steht, die glänzen und glitzern wird.
Mittendrin im Team der Packer steht am Dienstagmorgen auch Ulrich Martinschledde von der katholischen Kirche und fasst kräftig mit an, wenn schwere Figuren aus Holz getragen werden müssen. „Wenn es um ein weihnachtliches Thema geht, dürfen wir natürlich nicht fehlen“, betont Martinschledde und wirft einen neugierigen Blick in eine Krippe aus Polen, in der das Jesuskind auf einer Alufolie liegt.
Mal bestehen die Krippen aus grell farbenem Plastik, dann gehen sie wieder ans Herz. Hans-Jürgen Rau, ehemaliger Professor und vor allem passionierter Krippensammler stellt die Ausstellungsstücke, die nun bis zum 6. Januar auch Bünde verzaubern sollen. „Wenn ich das richtig ausgerechnet habe, könnte ich bis ins Jahr 4000 Weihnachten feiern. Und das immer mit einer anderen Krippe“, erzählt der Mann mit dem Sammlertick. In 40 Jahren hat er 2.000 Kirchen aus aller Welt zusammen getragen. Die schönsten, die schrägsten, die buntesten und die schlichtesten sind nun in der Weihnachtsausstellung im Tabakmuseum zu sehen. Und das unter einem besonderen Titel. „Wir nennen die Ausstellung ,Kommet und sehet!“, erklärt Ulrich Franzrahe.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Donnerstag 25. Oktober 2007)
Ein neuer Glanzpunkt im weihnachtlichen Bünde
Kommentar von Tobias Heyer
Weihnachten ist das Fest der Familie. Und nun weihnachtet es auch auf der Museumsinsel.
Doch was etwas frühzeitig erscheint, wird eine neue Dimension in der Diskussion rund um die Museumsinsel einläuten. „Wir wollen uns mehr einmischen“, hieß es seitens der Stadt immer wieder, als über die Zukunft von Tabak- und Dobergmuseum gestritten wurde.
Dass es dafür schon in der Vergangheit Raum gab, dieser aber nie genutzt wurde, ist weihnachtlicher Schnee von gestern. Jetzt soll dem Kreis das Angebot unterbreitet werden, die Museumsinsel komplett zu übernehmen und gleichzeitig die Kosten zu teilen. Ob der Kreis diesem Vorhaben zustimmt, sei dahin gestellt.
Zeigen wird sich aber schon bei der neuen Ausstellung, wie nah die Ratsherren wirklich an dem Museum sind, das nun auch auf dem Papier zu ihrem Haus werden soll. An der Kreativität der Mitarbeiter dürfte die bislang eher zurückhaltende Einstellung gegenüber der Museumsinsel nicht liegen. Diese zaubern seit Jahren aus einem mageren Budget Beachtliches.
Nun sogar eine Weihnachtsausstellung, die eine Kinderbetreuung mit pädagogischen Apekten rund um das Fest bietet und nach der richtigen Vermarktung schreit. In einem Museum, das fast an die Einkaufszone angrenzt und mit dem glitzernden Inhalt zur Adventszeit manch einen vermissten Höhepunkt auf dem Weihnachtsmarkt vergessen lässt.
In nur sechs Wochen wird sich zeigen, welcher Ratsherr hier nicht nur medienwirksam bei der Eröffnung vorbei schaut, sondern mit Familie und Freunden das Museum auch zu seinem Haus macht. Dann gehört diese Einrichtung endlich fest zur Bünder Familie.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Donnerstag 25. Oktober 2007)
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Heilige Familie im Indioboot
Ausstellung im Tabakmuseum zeigt 300 Krippen und Engelsfiguren
Bericht der BZ am 25.10.2007 von Hilko Raske (Text) und Moritz Winde (Foto)
Sie haben alle eines gemeinsam - ihr Anblick berührt den Betrachter. Kein Kitsch aus Plastik und falschen Farben, sondern eine von Herzen kommende Botschaft.
Die Rede ist von etwa 300 Krippen und Engelsfiguren, die vom 25. November an in den komplett sanierten Räumen des Deutschen Tabakmuseums zu sehen sein werden. Die ausgestellten Stücke stammen alle aus der Sammlung von Professor Hans-Jürgen Rau. Etwa 2000 Krippen hat der Ruheständler, der in Reinheim (Odenwald) lebt, in den vergangenen 40 Jahren zusammengetragen.
Bis zu seiner Pensionierung Professor für Grafik-Design an der Fachhochschule Mainz, bereiste er als Fotograf auch Afrika und Südamerika. Und brachte jedesmal Krippen mit. Es sind Kunstwerke - alle authentisch und alle in ihrem eigenen Stil. Ob aus Ebenholz, Speckstein, Pappmaché oder in Streichholzschachteln, immer stehen Maria, Josef und das Jesuskind im Mittelkind, immer wird ihnen Verehrung entgegengebracht. Mal sieht die heilige Familie aus wie Nomaden eines Wüstenstammes, mal leben sie auf Booten wie Indios aus Südamerika. Auch die heiligen drei Könige passen sich an die örtlichen Gepflogenheiten an - in Peru tragen sie Wollmützen wie Bauern. Streng und traurig blicken Engel aus Polen. Sie stammen aus der Werkstatt eines Holzschnitzers, der in der Nähe von Auschwitz lebt. Die Dimensionen der Krippen überraschen. So ist ein Krippenring aus Peru fast 1,30 Meter hoch, ein afrikanischer Ebenholzstamm mit Krippenszenen dürfte mit 1,80 Meter das größte Ausstellungsstück sein.
Neue Krippen bringt Hans-Jürgen Rau übrigens nicht mehr mit nach Hause. Er musste seiner Frau versprechen, keine mehr zu kaufen - und hat sich seitdem daran gehalten
Die Ausstellung, die bis zum 6. Januar präsentiert wird, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bünder Museen und der Kirchengemeinde St. Josef. Sie trägt den sinnigen Titel »Kommet und schauet«.
(Bünder Zeitung Westfalen-Blatt, Donnerstag 25. Oktobe 2007)
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Plätzchenduft statt Zigarrenqualm
Striediecks Hof wird mit weihnachtlicher Ausstellung neu eröffnet
Bericht der NW am 13.10.2007 von Tobias Heyer (Text und Fotos)
Noch ist die weiße Farbe auf der lehmigen Wand feucht, ist der Fußboden abgeklebt und der Durchgang zum Dobergmuseum vernagelt. Doch in fünf Wochen soll es im Tabakmuseum nach Plätzchen duften, sollen Weihnachtsbäume glänzen, brennendes Holz im Kamin knistern und rund 300 Krippen nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringen.
„Bislang gibt es nur den Arbeitstitel Weihnachtsausstellung Da müssen wir uns für den echten Ausstellungsnamen wohl noch Gedanken machen“, sagt Museumstechniker Ulrich Franzrahe. Der schaut täglich im renovierten Tabakmuseum vorbei, um zu sehen, ob der Zeitplan eingehalten wird. Dabei ist dieser Zeitplan einer, der es in sich hat.
Ende der kommende Woche sollen die Malarbeiten abgeschlossen sein, dann kommen die Elektriker, „und am Ende bleiben uns zwei Wochen, um die Ausstellung aufzubauen“, rechnet Franzrahe vor.
Die normale Arbeitszeit der Museumsmitarbeiter wird dazu nicht ausreichen. „Wir richten uns auf Nacht- und Wochenendschichten ein“, betont der Museumstechniker. Denn noch ist keine Vitrine aufgestellt, ist gar nicht sicher, wie viele Engel und Krippen Bünde erreichen werden. Aus vielen Regionen kommen die bestellten Objekte, der Großteil stammt aus dem Odenwald. „Erst wenn ich weiß, ob es eher 80 oder 100 Engel sind, kann ich die Vitrine dafür bauen. Und das erfahre ich wohl erst, wenn der Lkw vorfährt“, sagt Ulrich Franzrahe. Ab dem 22. Oktober werden die Lastwagen erwartet, dann müssen Planung und Umsetzung sofort ineinander greifen.
Denn es bleiben am Ende nur zwei Wochen, ehe am 25. November eröffnet wird. Zuvor muss auch noch die Abnahme durch die Stadt vollzogen sein, muss sichergestellt werden, dass Striediecks Hof nach der langen Renovierungszeit wieder mit Publikum gefüllt werden darf.
Diese Besucher erwartet eine Ausstellung, wie es sie in Bünde noch nie gegeben hat. Sandra Pollex bereitet am Computer vor, was später im Tabakmuseum (auf dem Foto im Hintergrund zu sehen) gezeigt werden soll.
20 Weihnachtsbäume leuchten im ersten Geschoss, in einer Kaminecke werden Weihnachtsgeschichten vorgetragen. Bis hier oben wird der Duft aus der Backstube reichen, in der immer wieder frische Plätzchen gebacken werden. Auf 600 Quadratmetern wird Weihnachten mal aus christlicher Sicht beleuchtet. Dann wieder gibt es einen Raum – „unser Kitschecke“, so Franzrahe – in dem es glitzern und klingeln wird. Krippen, mal im Miniaturformat, dann mit riesigen Figuren werden ausgestellt, die Ausstellung wird pädagogisch begleitet, selbst Weihnachtskonzerte sind in den Räumen, die jetzt durch Stahl, weiß getünchte Lehmwände und viel Fensterfläche gekennzeichnet sind, geplant. Wie all das in zwei Wochen aufgebaut werden soll, bleibt da Geheimnis der Museumsmitarbeiter. Und die geben sich optimistisch.
(2007 Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Samstag 13. Oktober 2007)
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